Kreditkarte in Online Spielotheken: Rechtslage und Alternativen
Für Einzahlungen bei Spielotheken empfehlen wir keine Kreditkarte, und wir führen sie in unseren Vergleichen nicht als Zahlungsweg. Der Grund ist der Kredit, der in jeder Kreditkarte steckt. Wer hinter Visa und Mastercard steht, welche Zahlungsregeln für erlaubte Anbieter gelten und welche Wege ohne geliehenes Geld auskommen, steht weiter unten.
Kreditkarte
- Karte kommt von
- Ihrer Bank
- Kartensysteme
- Visa, Mastercard
- Kreditverbot trifft
- den Anbieter
- Unsere Empfehlung
- andere Zahlungsart
Was ist eine Kreditkarte? Bank, Kartensystem und Abrechnung
Auf der Karte steht Visa oder Mastercard, ausgegeben hat sie aber Ihre Bank oder Sparkasse. Visa schreibt das in seinem deutschen Impressum selbst: Das Unternehmen gibt keine Karten aus, hat keinen Zugriff auf Ihr Konto, und für Kreditlimit, Gebühren und Zinsen ist die kartenausgebende Bank zuständig. In Deutschland tritt Visa über die Frankfurter Niederlassung der Visa Europe Management Services Limited auf. Das Kreditkartensystem von Mastercard Europe beaufsichtigt das Eurosystem, federführend die Nationale Bank von Belgien gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank.
Wie viel Kredit tatsächlich im Spiel ist, hängt vom Kartenmodell ab. Am häufigsten geben deutsche Banken laut Verbraucherzentrale Hamburg die Charge-Karte aus: Alle Umsätze einer Abrechnungsperiode werden gesammelt und am Ende in einer Summe vom Girokonto abgebucht. Anders die Revolving-Karte mit Teilzahlungsfunktion. Dort zahlen Sie den offenen Betrag in kleinen Monatsraten ab, und auf den Rest berechnet die Bank jeden Monat Zinsen.
In beiden Fällen geben Sie zunächst Geld aus, das die Bank vorstreckt.
Belege: 1Visa Impressum3NBB Aufsicht4Verbraucherzentrale Hamburg
Was der Glücksspielstaatsvertrag zu Zahlungen sagt
Drei Regeln aus dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 betreffen jede Zahlung an eine erlaubte Spielothek. Erstens darf Geld nur über ein Zahlungskonto fließen, das auf Ihren Namen bei einem Kreditinstitut, Zahlungsinstitut oder E-Geld-Institut eingerichtet ist (§ 6b Absatz 4). Zweitens schließt derselbe Absatz anonyme Zahlungsmittel im Fernvertrieb aus, und zwar in beide Richtungen. Drittens verweist § 6b Absatz 5 auf das Kreditverbot in § 4 Absatz 5 Nummer 2.
Das Kreditverbot richtet sich an den Anbieter: Weder die Spielothek noch ihre Beschäftigten noch von ihr beauftragte Dritte dürfen Spielern Darlehen gewähren.
Unabhängig von der Zahlungsart gilt außerdem das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von grundsätzlich 1.000 € im Monat (§ 6c). Eine Kartenzahlung zählt darauf genauso wie eine Überweisung. Wie Sie das Limit selbst senken, steht auf der Seite zum LUGAS-Limit.
Belege: 13GlüStV 2021
Warum wir für Spielotheken keine Kreditkarte empfehlen
Das Kreditverbot sorgt dafür, dass niemand mit einem Darlehen des Anbieters spielt. Mit einer Kreditkarte entsteht im Ergebnis dieselbe Lage, nur leiht die Bank. Bei der Charge-Karte merken Sie die Ausgabe auf dem Girokonto erst mit der Sammelabbuchung am Ende der Abrechnungsperiode. Bei der Revolving-Karte wächst der Betrag durch die Zinsen weiter, und die Verbraucherzentrale Hamburg warnt ausdrücklich vor zwei Folgen: Man gibt leicht mehr aus, als tatsächlich zur Verfügung steht, und verliert schnell den Überblick über die eigenen Schulden. Ihre Zinsen liegen nach derselben Quelle häufig über denen von Ratenkrediten.
Dazu kommen Kosten, die Sie vorher nicht sehen. Skrill weist auf seiner Gebührenseite darauf hin, dass Kreditkartenzahlungen für Glücksspiel beim Kartenaussteller eine Gebühr wie bei einem Barvorschuss auslösen können. Wie hoch sie ist, steht im Preisverzeichnis Ihrer Bank.
Und die Zahlung bleibt nicht unauffällig. Nach dem Regelwerk von Visa muss ein Händler mit Online-Glücksspiel solche Umsätze mit dem Code 7995 für Wetten kennzeichnen; kann er sie nicht von anderen Umsätzen trennen, gelten alle als Glücksspiel, und der Karteninhaber ist darauf hinzuweisen.
Apple Pay und die Karte dahinter
Wallet-Dienste auf dem Telefon sind keine eigene Geldquelle. Apple Pay greift auf die Kredit- oder Debitkarte zu, die Sie in der Wallet-App hinterlegt haben, und ob eine Zahlung durchgeht, entscheidet laut Apple die Bank. Liegt dort eine Kreditkarte, ist auch die Zahlung per Apple Pay eine Kreditkartenzahlung mit allem, was oben steht. Wer Apple Pay nutzen will, hinterlegt besser eine Debitkarte, die direkt vom Girokonto abbucht.
Belege: 6Apple Pay
Zahlungsarten ohne Kreditrahmen
Für Spielotheken empfehlen wir Wege, bei denen nur Geld fließt, das schon auf Ihrem Konto liegt:
- Banküberweisung: Alle neun verglichenen Anbieter zahlen Gewinne so aus. Eine Echtzeitüberweisung ist binnen zehn Sekunden beim Empfänger und darf nicht mehr kosten als eine normale Überweisung.
- Trustly: zahlt direkt vom Girokonto, ohne Karte und ohne eigenes Trustly-Konto; Löwen Play, Lapalingo, bet-at-home und Betano nennen Trustly für Ein- und Auszahlung.
- Klarna mit Sofortüberweisung: löst eine Überweisung vom eigenen Konto aus und wird von allen neun verglichenen Anbietern für Einzahlungen genannt.
- PayPal: am breitesten verfügbar. Verknüpfen Sie das PayPal-Konto mit Ihrem Bankkonto statt mit einer Karte, dann gilt dasselbe Prinzip.
- Paysafecard: Prepaid-Guthaben; bei Glücksspielseiten nur über ein registriertes Paysafecard-Konto.
Welche Spielothek welche dieser Zahlungsarten in welche Richtung annimmt, zeigt die Tabelle in der Übersicht der Zahlungsmethoden in Online Spielotheken.
Belege: 7Seiten der Anbieter8EU 2024/8869Trustly10Klarna11PayPal12Paysafecard
Spielerschutz: Grenzen, die vor der Zahlung greifen
Ein Kreditrahmen setzt Ihnen keine Grenze, ein Limit beim Anbieter schon. Jede erlaubte Spielothek muss Ihnen erlauben, zusätzlich eigene Einzahlungs-, Einsatz- und Verlustlimits pro Tag, Woche oder Monat festzulegen; eine Senkung gilt sofort. Wer eine Pause braucht, lässt sich über die OASIS-Spielersperre bei allen erlaubten Anbietern zugleich sperren.
Hilfe bei Glücksspielproblemen gibt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit auf www.bioeg.de, telefonisch anonym und kostenlos unter 0800 1 37 27 00.
Belege: 13GlüStV 2021
Häufige Fragen zur Kreditkarte bei Online-Spielotheken
Warum empfehlen Sie keine Kreditkarte für Online-Spielotheken?
Weil Sie damit Geld einsetzen, das Ihnen die Bank vorstreckt. Der Glücksspielstaatsvertrag verlangt ein Zahlungskonto auf Ihren Namen bei einem beaufsichtigten Institut, schließt anonyme Zahlungsmittel aus und verbietet dem Anbieter, Kredit zu geben. Für Einzahlungen eignen sich Wege, die direkt vom eigenen Konto abbuchen.
Was bedeutet das Kreditverbot im Glücksspielstaatsvertrag?
Nach § 4 Absatz 5 Nummer 2 dürfen der Anbieter, seine Beschäftigten und von ihm beauftragte Dritte Spielern keine Darlehen gewähren. Einen Vorschuss der Spielothek auf künftige Einzahlungen kann es damit nicht geben. Der Kreditrahmen Ihrer Bank fällt nicht unter diese Vorschrift.
Wer gibt Visa- und Mastercard-Kreditkarten aus?
Ihre Bank oder Sparkasse. Visa betont im Impressum, selbst keine Karten auszugeben; Fragen zu Kreditlimit, Abrechnung und Zinsen beantwortet die kartenausgebende Bank.
Worin unterscheiden sich Charge- und Revolving-Kreditkarte?
Bei der Charge-Karte bucht die Bank die gesammelten Umsätze am Ende der Abrechnungsperiode in einer Summe vom Girokonto ab. Bei der Revolving-Karte zahlen Sie in Raten zurück und zahlen auf den Rest monatlich Zinsen. Die Verbraucherzentrale Hamburg sieht darin eine Schuldenfalle.
Sieht meine Bank, dass ich bei einer Spielothek bezahlt habe?
Bei Visa sollte die Abrechnung es zeigen: Das Regelwerk verlangt, dass Online-Glücksspielhändler solche Umsätze mit dem Händlercode 7995 kennzeichnen.
Können bei einer Kreditkartenzahlung an eine Spielothek Zusatzkosten entstehen?
Ja, das ist möglich. Skrill weist darauf hin, dass Kartenaussteller Glücksspielzahlungen per Kreditkarte wie einen Barvorschuss berechnen können. Die Höhe legt Ihre Bank fest; schauen Sie in deren Preisverzeichnis.
Gilt das Einzahlungslimit auch für Zahlungen mit Karte?
Ja. Das Limit von grundsätzlich 1.000 € im Monat hängt an Ihnen, nicht an der Zahlungsart, und gilt für alle erlaubten Anbieter zusammen. Mehr dazu auf der Seite zum LUGAS-Limit.
Welche Zahlungsart ist statt der Kreditkarte sinnvoll?
Eine, die nur vorhandenes Guthaben bewegt: Banküberweisung, Trustly oder PayPal mit verknüpftem Bankkonto. Welche Spielothek was annimmt, steht in der Übersicht der Zahlungsmethoden.
Quellen
- 1 visa.de: Impressum (Visa Europe Management Services Limited, German Branch)
- 2 Visa Core Rules and Visa Product and Service Rules, 18. April 2026, Abschnitt 5.8.18
- 3 Nationale Bank von Belgien: Überwachung von Zahlungsinstrumenten und Kartensystemen
- 4 Verbraucherzentrale Hamburg: Schuldenfalle Revolving-Kreditkarten (Stand 12.04.2023)
- 5 Skrill: Gebühren (Deutschland, EUR)
- 6 Apple: Apple Pay
- 7 Zahlungs-, Hilfe- und AGB-Seiten von StarGames, Löwen Play, bwin, Lapalingo, AdmiralBet, Merkur Slots, bet-at-home, Betano und JackpotPiraten
- 8 Verordnung (EU) 2024/886 über Echtzeitüberweisungen
- 9 Trustly: Privatkunden und Payout
- 10 Klarna: Impressum und Mitteilung zur Integration der Sofortüberweisung
- 11 PayPal: Gebühren für Privatkunden
- 12 paysafecard.com Hilfe: Warum kann ich auf einer Glücksspielseite nicht bezahlen?
- 13 Glücksspielstaatsvertrag 2021, §§ 4, 6a, 6b, 6c
Rechtsgrundlage
- § 4Erlaubnis, Sperrabgleich, Kreditverbotgesetze-bayern.de
- § 6bEin- und Auszahlungen, anonyme Zahlungsmittelgesetze-bayern.de
- § 6cEinzahlungslimit; Limitdateigesetze-bayern.de
- § 2 GwGVerpflichtete (Banken, Zahlungs- und E-Geld-Institute)gesetze-im-internet.de
